Sonntag, 7. September 2008

Kunde = Opfer?

Zur Zeit gehen ja mächtig viele Beschwerden über das Möbelhaus Ikea raus. Der Vorwurf ist, vorallem bei Möbelhäusern, nicht neu: Preisumstellung - ausgeschriebene Preise, die nicht dem im EDV hinterlegten Preis entsprechen, der immer höher ist. Und so geht das meistens vonstatten: Der Kunde sieht, dass ein Regal 50 Euro kostet, schleppt es zur Kasse und dort werden ihm 59 Euro abgeluxt, weil dies der "echte" Warenpreis ist. Man könnte sagen, dass es sich hierbei um einen Kauf aufgrund falscher Tatsachen handelt, es zurückgeben oder sich direkt beschweren. Nein, stattdessen bezahlt der Durchschnittskunde (will ja die anderen Kunden in der Warteschlange nicht aufhalten), jammert zu Hause rum und fängt an, sich bei dem Verbraucherschutz zu beschweren und raubt kostbare Zeit und Mittel, die der Verbraucherschutz mal wo anders investieren könnte.

Ja gut, dass ist nicht schön, wahrscheinlich auch nicht rechtens und nett ist es nicht, wenn man mit seinen Kunden so umgeht und sie für so dumm hält. Aber jetzt mal ehrlich, wenn diese Masche nicht immer wieder funktionieren würde, dann müssten jene Geschäfte dicht machen oder sich etwas anderes einfallen lassen. Fakt ist aber, dass diese Taktik schon seit Jahren für wirtschaftlichen Erfolg vieler großer Warenhäuser garantiert. Theoretisch darf ich also behaupten: Der Kunde (klar nicht alle) ist tatsächlich eines von beidem oder alles auf einmal: dumm, verblendet, zu sehr in Eile, geldverschwenderisch, gleichgültig, übermäßig freigiebig etc. Theoretisch, wohlbemerkt.

Was ist denn los mit den "Bürgern", mit den Kunden in Deutschland? Muss für jede banale Sache gleich ein bürokratischer Mehraufwand betrieben werden? Kann man nicht auch einmal die Macht als Käufer und als Verbraucher - die man nun einmal hat - selbst anwenden? Braucht es dazu immer einen Vertreter (Lobby haben wir ja keine)? Bekommen die Menschen ihr Maul nicht auf? Warum? Wenn ich bspw. bei Rewe auf dem Preisschild beim Federweißer 1,79 lese und an der Kasse wird stattdessen 1,99 gescannt, dann sage ich unter welchen Vorraussetzungen ich diese Flasche kaufen wollte, zeige wenn nötig dem Kassenmenschen auch wo der Preis steht, für den ICH eingekauft habe und den Kassenbon. Ich fordere dann eine Änderung oder gebe die Flasche zurück. Wenn das jeder machen würde, wächst natürlich die Schlange an den Kassen, aber ist es nicht gerade das, was Aufmerksamkeit erzeugt? Liegt nicht da unsere "Macht" als Verbraucher?

Salopp gesagt: Die Deutschen jammern rum weil sie sich so fühlen, als würde ihnen der Einzelhandel die Einkaufsgewohnheit diktieren. In Wirklichkeit ist es die Schuld jedes Einzelnen, wenn er sich die Verantwortung abnehmen lässt und den Kassenbon gleich wegwirft. Leute - der Kassenbon IST ein Vertragsabschluss. Viele Kunden lassen sich so leicht betrügen, weil sie scheinbar ihre Aufmerksamkeit auf dem Parkplatz abgestellt haben, dabei ist doch gerade der Einkauf unserer Nahrung ein wichtiger und auch anspruchsvoller Teil des Alltages, aber gerade da schlampern wir? Es hat nie jemand notariell beglaubigt dafür garantiert, dass Verbraucher fair behandelt werden, demnach muss ich selbst dafür sorgen das ich nicht unfair behandelt werde und nicht bei jedem Kinkerlätzchen "Mama, Papa" rufen muss. Wenn der Kunde sich etwas diktieren lässt, ist es nicht selten sein eigenes Versäumnis, wenn er nicht auf seine Rechte pocht. Deswegen muss man nicht aggressiv vorgehen. Lieber freundlich, bestimmt und selbstbewusst. Es bringt nichts die Menschen an der Kasse anzupflaumen, denn diese machen nicht die Preise und sind auch nicht für die Dreistigkeit der Firmen verantwortlich.

Wir Kunden sind keine wehrlosen Spielbälle. Klar haben wir als Kunden nicht alles in der Hand, aber ausgerechnet da wo es zieht, packen wir nicht an? Das ergibt keinen Sinn, wenn gleichzeitig alle rumjammern wie ungerechtfertigt hoch die Preise sind, aber bereitwillig an der Kasse mehr zahlen als ausgezeichnet wurde.

Zum Schluss noch etwas: Ich weiß aus eigener Erfahrung wie verdammt dreist manche Geschäftsleute und Firmen sein können. Erst letztens hat ein Call-Agent meinem an einer Vorstufe der Alzheimer erkrankten Vater einen zusätzlichen Telefonanbieter aufgeschwatzt - ergo wird jetzt alles doppelt gezahlt bis der Vertrag kündbar ist. Ich weiß auch, dass wir uns als Kunden nicht vor dem gesamten Schindluder, der mit uns getrieben wird, schützen können. Aber eben bei obigem Beispiel, wo wirklich etwas machbar ist, bleiben viele einfach stumm und das verstehe ich nicht.

Montag, 1. September 2008

Hier kommt die Kurier-Frau

So, nachdem ich ein paar Tage lang meinem Unmut und meinem Schlechtgehen einen Raum gegeben habe, möchte ich mir hier im Blog auch etwas von der Seele schreiben. Das könnte sich jetzt für Außenstehende wie "Gejammer" lesen, soll aber nicht so aufgefasst werden.

Also, ich habe einen Job im Kurierdienst - Fahrradkurier - und als ob es nicht schon kacke genug wäre am Wochenende arbeiten zu müssen, schlägt mir auch noch die schlechte Laune der zu Beliefernden entgegen. Wohlbemerkt, ich habe öfter schlechte Laune, wenn wieder Wochenende ist und ich ran muss, aber ich bemühe mich und bin mir zu 98% sicher, dass ich meine schlechte Laune nicht an den Kunden auslasse. Nein, ich bin immer fröhlich und habe einen flotten Spruch auf den Lippen und das ist nicht einmal gespielt - denn wenn mir fröhliche Menschen gegenüber stehen, bin ich automatisch im positiven Bereich der Launen-Skala. Nun ist es aber schon ein paar Einsätze hintereinander passiert, dass die gewissen Kunden mir wirklich auf den Senkel gegangen sind. Da war dieser eine "nette Herr", der mich angebelfert hat, vonwegen warum ich die Klingel betätige, ich solle doch die Sachen einfach an der Tür abstellen. Dann habe ich ihn höflich darauf hingewiesen, dass ich laut meines Vertrages die Sachen persönlich überbringen soll und darauf hin hat er so mürrisch "Tschüüüssssss" gesagt, dass meine Stimmlange von süßlich hoch auf behauptend tief gesprungen ist.
Oder vorgestern, die eine Frau, die gerade ihre Treppe geputzt hat. Ich sagte fröhlich "Guten Morgen" und die kommt auf mich zu, total unfreundlich reißt sie mir das Bestellte aus der Hand und erwiedert meinen Gruß nicht einmal mit einem Lächeln oder einer Geste. Als ob ich LUFT wäre. Ich fühlte mich am vergangenen Samstag wirklich wie der Mond - unsichtbar.

Da sagt meine Ansprechpartnerin, ich solle auch mal deren Seite sehen und verstehen, dass die Leute nicht immer gut drauf sind. Aber das ist gar nicht mein Problem, ich sehe viel zu oft die Seite der Anderen und je öfter ich sie sehe und nichts dabei rumkommt, desto weniger verstehe ich die Menschen. Ich bin hier doch auch ein "Mensch" und ich schaff es, trotz verdammt miesen Background, höflich zu sein. Ist es zuviel von meinen Mitmenschen verlangt, mir wenigstens ein Grundmaß an Höflichkeit entgegenzubringen? Demütigung ist zwar eine wichtige Erfahrung, um zu lernen damit umzugehen, aber muss es gleich so fies sein?

Und dann habe ich mir auch noch eine Augenentzündung geholt. Na wenigstens mit der komme ich zurecht. Ich mache mir regelmäßig Umschläge mit einer Teemischung aus Augentrost und Fenchelsamen, dazu ein paar Körner Salz. Es wirkt, es wird besser. Ein Glück das wenigstens das noch hilft!

Samstag, 30. August 2008

Lückenfüller?

Mit geht es momentan überhaupt nicht gut und deswegen schreibe ich hier eines meiner neuen Gedichte rein, welches zu der Zeit entstand als es mir besser ging... vielleicht heitert es mich auf wenn ich es nur oft genug in meinem Blog anschau.

Es ist ein Blödsinns-Gedicht mit Trotzdemsinn.


Anweisungen vom Chef

Ordne nicht den Hosenbrei
in die falsche Ziegelei

gehe nicht nochmal nach Genf
und tunk Bananen in den Senf

morgen bin ich heute aufgewacht
da hat mich der Wischmop angelacht

ich solle stets und niemals
mit einer Schlinge um den Hals
Türen öffnen denn allenfalls
kommt der Chef und dann knallts

26.08.2008


Auf die Kommentare von meinen letzten Beiträgen antworte ich natürlich noch, sobald es mir wieder gut geht.


Liebe Grüße

Dienstag, 26. August 2008

Jeder nach seiner Façon

Ich bin zur Zeit dabei, das freigewordene Zimmer meiner Ex-Untermieterin in ein Atelier umzuwandeln. Möbel abbauen, Möbel aufbauen, schwere Sachen umher tragen und schieben, putzen, Staub wischen, einsortieren, ordnen - das volle Programm.
Da brauchte ich heute ein bisschen Zerstreuung und bin auf mein Lieblingsfeld zur Steine- und Fossiliensuche gegangen. Das mache ich öfter um mich zu entspannen und das klappt wunderbar, denn Steine und eben Fossilien haben eine ganz tolle Energie. Manchmal nehme ich dann auch ein paar Belemniten oder schöne Glitzersteine mit, um sie irgendwann später wieder "frei" zu lassen.

Belemniten

Nunja, jedenfalls - ich geh so mit dem Blick nach unten und ganz langsam über das Feld, da fahren zwei Rennradfahrer vorbei und fangen an zu lachen. Erst dachte ich nicht daran, dass dieses Gelächter etwas mit mir zu tun haben könnte, bis dann einer der beiden "HALLO" schrie und offensichtlich mich damit meinte, weil sonst niemand da war. Ich drehte mich um und die zwei Männer lachten weiter. Ich nehme an, dass sie gelacht haben weil sie mein Handeln, meinen Ausdruck des Daseins nicht einordnen und nachvollziehen konnten - dazu wussten sie allerdings auch viel zu wenig über meine aktuelle Aktivität und deren Sinn dahinter.

Das hat mir folgendes gezeigt: Ich weiß nichts über den Sinn hinter dem rasendschnellen Fahrradfahren durch die Gegend oder mit anderen um die Wette - und die wissen nichts über den Sinn hinter der Aktion auf einem Feld herum zu laufen um nach Steinen und Fossilien zu suchen.
In diesem Punkt sind wir also, rein vom Ablauf her, gar nicht so weit voneinander entfernt. Beide Parteien wissen nichts über die Erfüllung des jeweils anderen, die er durch sein Handeln erlebt oder anstrebt. Trotzdem zeigt niemand Interesse dies zu erfahren, sondern geht gleich zum nächsten unüberlegten Schritt über und fängt an darüber zu lachen - bzw. jemanden auszulachen.

Ist das nicht sinnlos? Man sagt dieser Mechanismus, über etwas zu lachen oder etwas kaputt zu machen, was man nicht versteht, ist urmenschlich und hat einen Sinn. Aber ist es denn auch urmenschlich gleich von Anfang an, ohne Bemühung etwas Fremdes zu verstehen, zu lachen oder zu verletzen? Ich glaube nicht.

Freitag, 22. August 2008

Telefon Blahblah

Ich telefoniere nicht gern, Ausnahmen mache ich nur bei sehr sehr wenigen Personen. Wenn es nicht sein muss, vermeide ich es den Hörer in die Hand zu nehmen oder sogar an`s Telefon zu gehen, wenn es unerwartet klingelt. Besonders dann, wenn die Nummer nicht angezeigt wird (wie es gestern mal wieder der Fall war, als mich ein unbekannter Anrufer wohl ärgern wollte).
Erstens passiert es nicht selten, dass dann irgend eine Abzockerbande anruft, oder anderweitig unliebsame Personen (siehe oben). Was ich mittlerweile schon gar nicht mehr ausstehen kann, ist wenn Menschen wegen banalen Dingen früh um 9 Uhr anrufen. In Deutschland scheint es Pflicht zu sein per Telefon erreichbar sein zu müssen - wieso? Galt das Telefon früher nicht mal als witzige innovative Erfindung, mit deren Hilfe man die Kommunikation zwischen Freunden und Verwandten erleichtern konnte? Heute ist es meinem Empfinden nach glatt das Gegenteil. Natürlich macht das Telefonieren alles leichter (das Internet machts aber noch viel leichter). Aber immer erreichbar zu sein, wenn nicht per Telefon dann eben per "Handy", ist in meinen Augen nicht leicht, sondern kompliziert und zeitraubend. Jeder rechnet damit das man erreichbar ist. Vorallem die Ämter und Firmen. Das nervt mich irgendwie schon und deswegen mache ich demnächst Nägel mit Köpfen und stöpsel das Telefon an eine Zeitschaltuhr, damit erst gar kein Anruf vor 14 Uhr durchkommt. Ob das dem Akku auf Dauer gut tut? Hm.

Mittwoch, 20. August 2008

Mein Flickr-Mosaik

die Idee habe ich im Hexenhain der weird sister aufgegriffen und gleich mal mein eigenes Mosaik zusammengesetzt.

Und so gehts:
Das Mosaik entsteht, wenn man 12 Fragen beantwortet. Die Antwort auf jede Frage gibt man in die Suche bei Flickr ein und sucht sich bei den Suchergebnissen von der jeweils ersten Seite das Bild aus, das einem am besten gefällt. Die URL des Bildes kopiert man dann in den Mosaic Maker (3 colums, 4 rows).

The Questions:
1. What is your first name?
2. What is your favorite food?
3. What high school did you attend?
4. What is your favorite color?
5. Who is your celebrity crush?
6. Favorite drink?
7. Dream vacation?
8. Favorite dessert?
9. What do you want to be when you grow up?
10.What do you love most in life?
11. One word to describe you.
12. Your Flickr name.

Und hier ist mein Mosaik

Lebensmosaik

Ich finde es sehr hübsch und passend :-)

Montag, 18. August 2008

Neun Kräuter

Alle Neune hingen am Vollmond-Abend bei mir am Fenster.

neuner

Dieses Jahr :

Schafgarbe
Beifuß
Blutweiderich
Mädesüß
Baldrian
Johanniskraut
Lavendel
Thymian
Minze

Die habe ich jeweils zur günstigsten Zeit gesammelt (immer nur ein oder zwei Stängel) und getrocknet. Später werden alle neun Kräuter zu einem Strauß zusammen gebunden und dieser trockene Kräuterstrauß wird mich das ganze Jahr über bis zur Sommersonnenwende erfreuen - in vielerlei Hinsicht.

Heilkräuter zum Zweck der Heilung bei einer Krankheit sammel ich nicht mehr. Ich kaufe sie lieber in der Apotheke oder im Kräuterladen, wo ich weiß das alle Kräuter aus Kulturen stammen, was ich im Nachhinein besser finde. Klar können Pflanzen auch anders und viel subtiler helfen, aber dazu muss ich sie ja nicht massenhaft vorrätig aus der Wildnis abernten. Es reicht auch wenn ich mit ihnen "Kontakt aufnehme".


Ich hoffe ihr hattet alle einen schönen Kräuter-Vollmond-Tag :)

Liebe Grüße

Mittwoch, 13. August 2008

Für Euch

ein großes Dankeschön und ein kleines feines - leider letztes - Bild von Pauli, als sie lebendig und super gesund war.

Schatz-Katz

Ihr Lieben - und damit meine ich alle, die mir auf meine letzten Beiträge hin so viele schöne Kommentare schenkten und beigestanden haben - ich bin sehr gerührt! Tausend Dank für diese Hilfe!


Die Trauer ist da, sie schwingt so mit und zeigt sich hin und wieder, woraufhin ich denke das es lächerlich ist zu heulen, weil Pauli sicher mit den Augen rollen würde wenn sie das Geheule hört. Dann muss ich lachen.

Heute habe ich die Trauer wieder bemerkt, als ich aus dem Fenster sah und im Augenwinkel eine schwarz-weiße Katze entdeckte, die beim genaueren Hinsehen nicht da war. Dann denke ich: Ja, ihre Seele ist da, aber als Mensch hat man gerne auch anderen Sinneskontakt und der fehlt jetzt einfach. Was soll man machen? Ich werde mir nächste Woche ein schönes Foto von ihr ausdrucken lassen und neben den Bildern meiner verstorbenen Hundedame (Sissy) und meinen Omas aufstellen und ich rede weiter mit ihr. So habe ich das auch gemacht als Sissy gestorben ist - vor heute genau 5 Jahren.

Der Tod - ein großer Lebens-Lehrer.

Viele liebe Grüße!

TaMoJa

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